Pfarrer F. Hörger im Interview mit Prof. Dr. Heinz Dollinger

HANS LEINBERGER – DER MEISTER DES KLEINBOTTWARER ALTARES

Bisher war nicht geklärt, wer den Altar der Kleinbottwarer Georgskirche gemacht hat. Im Juli 2006 erschien eine Broschüre, in der Prof. Dr. Heinz Dollinger nachwies, dass Hans Leinberger der Meister des Kleinbottwarer Altares ist. Pfr. Hörger stellte Prof. Dollinger einige Fragen.

 

Herr Prof. Dollinger, Sie haben sich mit dem Kleinbottwarer Altar und dem Kruzifix intensiv beschäftigt. Sie sind zu sensationellen Ergebnissen gekommen, die in Ihrer Broschüre nachzulesen sind: „Heinz Dollinger: Hans Leinberger und die Herren von Plieningen. Hans Leinbergers Kleinbottwarer Altar von 1505“. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:
• Der Kleinbottwarer Altar stammt von Hans Leinberger und ist aus dem Jahr 1505. Es ist dessen erstes bisher bekanntes Werk.
• Hans Leinberger war der uneheliche Sohn des Dr. Johannes von Plieningen.
• Der Maler der Gemälde des Flügelaltares ist Hans Wertinger.
• Hans Wertinger ist auch der Glasmaler der Epitaphscheibe, auf der Hans Leinberger hinter seinem Vater, Dr. Johannes von Plieningen, kniet.

 

1. Sie waren Professor für Neuere Geschichte in Münster und leben nun in Gräfelfing bei München. Wie sind Sie eigentlich auf den Kleinbottwarer Altar aufmerksam geworden?

Meine erste, 2005 abgeschlossene Untersuchung zu Hans Leinberger ergab u.a. den historischen Beweis, dass die Holzschnitte und Kupferstiche des Monogrammisten HL (aus der Zeit zwischen ca. 1516 und 1526) Hans Leinberger zuzuordnen sind (vgl. Oberbayerisches Archiv, Bd. 129, 2005). Zahlreiche künstlerische Zitate in diesen Graphiken legten die Frage nahe, wer wohl im Umkreis Leinbergers eine so große Sammlung von Graphiken Dürers und anderer Künstler besaß und sie ihm als Vorlagen zur Verfügung stellte. Dafür kam nur der Jurist und Humanist Dr. Dietrich von Plieningen in Frage, der damals bereits in bayerischen Diensten stand. Aus diesem Grunde habe ich dann die Publikationen Franziska Gräfin Adelmanns wieder zu Rate gezogen, die mit mir schon in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wegen dieses Politikers korrespondiert hatte. Bei der Lektüre stieß ich dann auf die Abbildung des Kleinbottwarer Altars, die mich auf den Gedanken brachte, es könne sich um einen frühen Leinberger handeln. Alles weitere ergab sich dann aus der genauen Untersuchung des Altars selbst.

Vielleicht sollte ich noch anfügen, dass ich dank meiner familiären Beziehungen zu Württemberg stets ein großes Interesse für württembergische Geschichte und Kunst gehabt habe. Ich habe immer grenzüberschreitend gearbeitet.

 

2. Als Sie im letzten Jahr den Kleinbottwarer Altar vor Ort genau anschauten, hatten Sie da schon eine leise Ahnung, in welche Richtung Ihre Erkenntnisse führen könnten?
Bezüglich der Autorschaft des Altars, ja. Aber natürlich habe ich zunächst, als ich Schritt für Schritt begann, meine Hypothese von Leinberger als möglichem Schöpfer des Kleinbottwarer Altars zu erhärten, noch nicht mit der Möglichkeit gerechnet, Leinberger könnte ein illegitimer Neffe Dietrich von Plieningens sein. Das kam erst im Laufe der Arbeit zutage, als sich Hinweise darauf fanden und sich diese Hypothese u.a. durch dokumentarische Indizien und überraschende physiognomische Ähnlichkeiten beweisen ließ.

 

3. 500 Jahre wusste man nicht, wer der Künstler war. Jetzt haben Sie dies herausgefunden. Wie sind Sie eigentlich zu diesen Ergebnissen gekommen? Wie sind Sie vorgegangen?
Dass man 500 Jahre lang nicht wusste, wer der Künstler war, hing vor allem mit der (von mir aufgezeigten) Tatsache zusammen, dass die Familie von Plieningen (besonders nach dem Wegzug Dr. Dietrich von Plieningens d. J. 1506 nach Eisenhofen bei Dachau und erst recht nach dessen Tod 1520) Wert darauf legte, Hans Leinberger als illegitimen Sohn des (späteren) Kanonikus Dr. Johannes von Plieningen und Schöpfer des Kleinbottwarer Altars totzuschweigen. Dass Leinberger seinen Hauptwohnsitz nicht in der Nähe hatte (eher in Augsburg?) und überdies (wohl nicht lange nach der Fertigstellung des Altars für Kleinbottwar und nach dem Entwurf des gläsernen Epitaphs für seinen leiblichen Vater) auf Dauer nach Landshut übersiedelte (dort ist er seit 1510 archivalisch nachweisbar), hat das Vergessen seines Namens vermutlich erleichtert.

Zu meinen Ergebnissen bin ich durch systematisches Erfassen alles verfügbaren Materials, durch konsequentes, folgerichtiges Denken und eine wiederum grenzüberschreitende Kombination von historischen, kunstgeschichtlichen und heraldisch-genealogischen Methoden gelangt. Vielleicht sollte nicht unerwähnt bleiben, dass man zu solcher Arbeit Zeit und Ruhe und strengste Konzentration braucht. Hektik führt zu nichts; denn Vieles erschließt sich eben nicht im Hui und auf den ersten Blick, sondern erst beim Wieder- und Wiederdurchdenken des vorhandenen Materials.

Die 3 wappenartigen Schildchen: J (Johannes oder Johannis) F (Filius) 5 (1505) Foto: H. Dietl

Ein Beispiel: Zwar belegt die Inschrift-Tafel unter dem Baldachin des Hl. Otmar eindeutig, dass der Altar 1505 geschaffen wurde; aber es gibt Leute, denen dieses Beweisstück nicht ausreicht, weil sie es aus dem einen oder anderen Grund gerne anzweifeln. Daher ist es gut, dieses Datum abzusichern mit historischen und genealogischen Argumenten. Doch es erschließt sich eben nicht auf Anhieb, dass Dietrich von Plieningen d.J. 1504 von Kaiser Maximilian zum Goldenen Ritter geschlagen wurde (s. sein Predella-Porträt), dass 1505 der 20. Todestag des Vaters von Dietrich und seinem Stiefbruder Eitelhans von Plieningen war, dass 1505 auch der 20. Todestag des von den Brüdern Dietrich und Johannes von Plieningen hoch verehrten Freundes und bedeutenden Humanisten Rudolf Agricola war, dass bei den damals vermögenden Plieningen der kleine Abstand zwischen Fertigstellung des Kirchenbaus (1500) und des Altars (1505) plausibler ist, als ein Abstand von zehn oder gar zwanzig Jahren und mehr. Andererseits ging Dietrich von Plieningen schon 1506 weg von Schaubeck/Kleinbottwar. Vielleicht das interessanteste Stützargument für die Datierung 1505 liefert das Predella-Gemälde des Eitelhans von Plieningen und seiner Ehefrau. Nach damaliger Sitte stellten sich Stifter gerne en famille dar, wenn sie denn eine hatten (man beachte, dass die Stifterbilder auf der Predella in Kleinbottwar das Relief der Heiligen Sippe flankieren). Dass Eitelhans jener Zeitsitte zugetan war, zeigt sein Familienrelief an der Nordwand der Kirche mit seiner Frau und seinen 17 (damals noch lebenden oder schon verstorbenen) Kindern, wo dann auch noch das später geborene 18. Kind gemalt im Fond des Reliefs nachgetragen wurde. Auf der Predella von 1505 erscheint das Ehepaar indes ohne Kinder, was doch wohl heißt, dass es, als das Predella-Stifterbild 1505 gemalt wurde, noch keine Kinder hatte. Das erste Kind, von dem wir wissen, der Stammhalter und spätere Nachfolger des Eitelhans, Hans Dietrich von Plieningen, ist (nach der Stammtafel Bührlen-Grabingers) 1505, also wohl im Spätjahr 1505, geboren. Es steht nichts im Wege, in Eleonore von Plieningens ganzfigurigem Predella-Porträt eine Schwangere zu sehen.

 

4. Welche Erkenntnis war für Sie persönlich am überraschendsten?
In der Sache sicher die Entdeckung, dass Leinberger ein illegitimer Spross der Familie von Plieningen war. Formal erwies sich als die größte Überraschung, dass sich, wie in einem Puzzle, am Ende, wenn richtig gelegt, ein Ganzes ergab, kein Teil fehlte, kein Stück übrig blieb. So hat z. B. erst durch die Entschlüsselung der zeitlichen und geographischen Umstände von Leinbergers Geburt (letztes Viertel 1473) der zwar bekannte, aber bisher nicht zuordenbare Immatrikulations-Eintrag an der Universität Ingolstadt 1487 „Johannes Laimberger de Augusta [= von Augsburg]“ Sinn und Plausibilität gewonnen. Das gleiche gilt für seine phonetisch-schwäbische Unterschrift auf dem (einzig bekannten) Brief von Leinberger: „Leinwerger“ (sprich: „Loi[n]werger“).

 

5. Was weiß man über Hans Leinberger und was haben Ihre Erkenntnisse nun für Folgen für die Leinberger-Forschung?
Bisher wusste man über Hans Leinberger, der ja erst seit dem frühen 20. Jahrhundert kunsthistorisch erforscht worden ist, nicht viel. Die Kunstgeschichte sah – zu Recht – ihre Hauptaufgabe im ersten Jahrhundert der Leinberger-Forschung darin, die Trümmer des Leinbergerschen Oeuvres aufzuspüren und zu sichten. Das war mühsam genug, da in Bayern außer Ingolstadt (1513) und Moosburg (1513/14) keines seiner Altarwerke als Ganzes erhalten geblieben war. Das Standardwerk und Werkverzeichnis über Leinberger von Georg Lill (1942) musste daher zwangsläufig viele Lücken, Unsicherheiten und offene Fragen aufweisen, zumal zu Leinbergers Biographie. Die Persönlichkeit des Künstlers blieb weitgehend ungreifbar. Erst durch die zweifelsfreie Wiederzuordnung der Druckgraphik des Meisters HL an Leinberger (siehe meine Abhandlung von 2005) und die Entdeckung des alten, fast unversehrt erhaltenen Kleinbottwarer Ensembles bot sich die Gelegenheit, in die Denkprozesse und die Arbeitsweise Leinbergers, in die Tiefenschichten seiner theologischen und humanistischen Bildung, seine theologischen, durchaus reformerischen Denkansätze, seine theologische (und nicht nur theologische) Symbolik einzudringen. Es steht jetzt ein ganz anderes, sehr viel präziseres und eindringlicheres Bild Leinbergers, auch bezüglich der Konstanten und Variablen in seiner Entwicklung, vor uns, während man sich vorher mehr oder weniger damit begnügen musste, seine Schnitzkunst zu bewundern und mit vagen psychologischen Erklärungsmustern zu interpretieren. Jetzt erst ist er als der große Denker und Symbolist erkennbar, der er auch schon in seinem Kleinbottwarer Frühwerk war.

 

6. Ist damit zu rechnen, dass es weitere Leinberger-Werke hier in der Gegend gibt?
Wohl ja, wennschon man mit solchen Prognosen sehr vorsichtig sein sollte. Jedenfalls könnte dies für den weiteren schwäbisch-fränkischen Raum zutreffen. Aber meine Untersuchungen hierzu befinden sich erst im Vorstadium.

 

7. Ist Hans Wertinger damals ähnlich bekannt gewesen wie Leinberger? Weiß man über ihn mehr?
Man weiß auch über Wertinger, der als Maler, Glasmaler und Buchillustrator arbeitete, bisher nur wenig. Sein Fall liegt jedoch aus verschiedenen Gründen etwas anders als der Leinbergers. Immerhin ist er schon seit 1497 in Landshut nachweisbar und wird 1503, also noch zur Zeit der alten Landshuter Dynastie, als Hofmaler genannt, usw. Dass Dietrich von Plieningen ihn für Kleinbottwar engagierte, war vermutlich auch als Hilfe für den Künstler nach den Wirren des Landshuter Erbfolgekrieges gedacht. Einiges Neue hoffe ich in einem späteren Aufsatz über „Dietrich von Plieningen und Hans Wertinger“ bieten zu können.

 

Epitaphscheibe: Johannes von Plieningen mit seinem illegitimen Sohn Hans Leinberger

8. Nach Ihrer Erkenntnis ist Hans Leinberger in der Epitaph-Scheibe (hinter seinem Vater kniend) zu sehen und auf dem Geburtsrelief des Altars als Hirte, der durch das Fenster auf Maria und Josef mit dem Jesuskind blickt. Dass dies der Künstler des Altares ist, war schon in anderen Veröffentlichungen vermutet worden. Wie konnten Sie dies nun belegen?

Hans Leinberger als Fenstergucker

Schon Herr Pfarrer Uber hat in dem einen Hirten im Geburtsrelief zu Recht ein Künstler-Selbstporträt vermutet. Dass es sich dabei um Hans Leinberger handelt, konnte ich beweisen durch die physiognomische Übereinstimmung beider Bilder sowohl untereinander wie mit dem Selbstporträt auf der autobiographischen Kupferstich-Allegorie Leinbergers „Vulkan und Venus“ von ca. 1516. Bezüglich der Glasscheibe musste dafür zudem erst auch noch der definitive Nachweis geliefert werden, dass sie von Leinberger (wohl 1506/1507) als Epitaph für seinen jüngst am 3. November 1506 verstorbenen Vater, Dr. Johannes von Plieningen, konzipiert war und das dem jungen Mann beigegebene Wappen nicht mit dem der Familie von Westernach übereinstimmt, d.h. die bisherige Deutung des jungen Mannes als Eustachius von Westernach falsch ist. Die Übereinstimmung der beiden Kleinbottwarer Porträts (bzw. Selbstporträts) Leinbergers wird überdies durch die heraldischen Farben: Gold auf blauem Grund, einmal am Hirtenkittel Leinbergers (goldene Sterne auf ursprünglich tiefblauem Grund), zum anderen auf seinem Wappen (goldener Fuchs oder Hund auf tiefblauem Grund) bestätigt.

9. Wenn man so einen Altar sieht, fragt man sich: Wie lange brauchte damals ein Künstler für dieses Werk? Hatte er Mitarbeiter? Konnte er die Motive frei wählen?
a) Da Archivalien fehlen, ist es schwer zu sagen, wie lange der Künstler für den Kleinbottwarer Altar gebraucht hat. Wie wir aus Brennpunkten seines späteren Arbeitens schließen können, war er ein schneller Arbeiter. Wenn wir dies auch für Kleinbottwar unterstellen und zudem annehmen dürfen, dass er an diesem Auftrag kontinuierlich arbeitete und aus den uns bekannten Gründen emotional zuinnerst engagiert war, können wir vermuten, dass die insgesamt ca. 35 größeren und kleinen Figuren (die Figuren der beiden Reliefs einzeln gezählt) wohl innerhalb eines Jahres entstanden (und gefasst worden) sein können.
b) Dass er den einen oder anderen Gehilfen hatte (zumindest fürs Grobe, z. B. das Zurichten des Holzes), ist anzunehmen, auch wenn er wohl keine regelrechte Meisterwerkstatt mit auszubildenden Gesellen im Sinne der Zunftordnungen haben durfte. Dass die Kistlerarbeiten nicht von ihm selbst ausgeführt wurden (wennschon der Riss von ihm kam), davon möchte ich ausgehen. Ob der Kistler aus Kleinbottwar stammte oder aus Steinheim usw., lässt sich vorderhand nicht mehr klären.
c) Dass er das Altarprogramm frei wählen konnte, glaube ich nicht. Dazu sind die thematischen Vorgaben und Wünsche des damaligen Chefs des Hauses und Patronatsherrn Dietrich von Plieningen zu deutlich erkennbar. Leinberger hätte von sich aus kaum den Hl. Otmar, auch kaum den Hl. Ägidius ins Programm aufgenommen, auch nicht einen so engen Bezug zum Bildprogramm des Chores der Tübinger Stiftskirche gesucht, wohl auch die Hl. Katharina als Allegorie der Philosophie, Dialektik und Rhetorik nicht so betont in die Mitte des Gesprenges gesetzt, usw. Indes dürfen wir von einer sehr engen und vertraulichen Zusammenarbeit zwischen dem Onkel Dietrich von Plieningen und seinem Neffen Hans Leinberger ausgehen.

10. Als die Reformation in Kleinbottwar eingeführt wurde (1534), blieb der Altar – im Gegensatz zu vielen anderen Altären – in der hiesigen Kirche. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Diese Frage ist von außerordentlicher Bedeutung. Dass der Altar nach Einführung der Reformation (1534) erhalten blieb, deutet zunächst einmal wohl schon auf eine gewisse Wertschätzung des Altars als Kunstwerk hin, vielleicht aber auch darauf, dass weder der neue Patronatsherr Hans Dietrich von Plieningen (sein Vater Eitelhans war am 23. Februar 1534 gestorben), noch auch der Ortspfarrer und die Gemeinde rabiate Bilderstürmer waren. Es kann aber sehr wohl auch sein, dass Hans Dietrich von Plieningen (1505-1570) deshalb ein besonderes und pietätvolles Verhältnis zu diesem Altar hatte, weil der Altar in seinem Geburtsjahr 1505 errichtet worden war und auf dem Predella-Stifterbild seine Eltern ganzfigurig abgebildet waren. Mit anderen Worten: der Altar hatte einen unmittelbaren autobiographischen Bezug zu ihm. Diese Motivation mag des weiteren gestützt worden sein durch das Wissen, dass die beiden Onkel Dr. Dietrich und Dr. Johannes von Plieningen die Koryphäen in der Ahnenreihe der Plieningen waren. Sie hatten es in ihrem Leben, nehmen wir alles nur in allem, bisher am weitesten gebracht. Den politischen und literarischen Ruhm des Dr. Dietrich von Plieningen hatte Hans Dietrich noch selbst Gelegenheit, mitzubekommen. Er war 14 Jahre alt, als Dietrich von Plieningen starb. Soweit mein Versuch einer Antwort auf Ihre Frage.

 

11. Sind für Sie jetzt alle Rätsel des Kleinbottwarer Altares gelöst oder gibt es noch Details, die der Klärung bedürfen?
Es sind jetzt keineswegs alle Fragen im Detail geklärt. In meiner Abhandlung habe ich nur einige Grundfragen, wie ich glaube, befriedigend beantworten können. Manches Detail musste ich dort wegen Platzgründen aus der Erörterung ausklammern (z. B. den Bezug des Jesuskindes im Predella-Relief zur Schutzmantel-Madonna Gregor Erharts, ursprünglich in Kaisheim). Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Arbeit des Historikers nie als völlig abgeschlossen gelten kann, sondern immer für Ergänzungen und Berichtigungen offen bleiben muss. Man stelle sich vor, durch einen Zufall tauchte ein Brief Leinbergers an Dietrich von Plieningen aus dem Jahr 1505 auf. Wir erführen daraus sicher einige Neuigkeiten.

 

Herzlichen Dank, Herr Professor Dollinger, für die Beantwortung dieser Fragen.